Auflösungserklärung

Hiermit geben wir, die Antifa Gruppe Oranienburg, unsere Auflösung bekannt. Unser Blog, die Facebookseite und auch der Twitter werden nicht gelöscht, aber auch nicht weiter bedient.
Sollten es nach der Auflösung zu Veröffentlichungen oder ähnlichem mit dem Label „Antifa Gruppe Oranienburg“ kommen, so haben diese nichts mit der aufgelösten Gruppe zu tun.
Bildet sich ein neuer antifaschistischer Zusammenhang in Oranienburg/Oberhavel bitten wir dies bei der Labelsuche zu berücksichtigen.

Die E-Mail-Adresse wird ebenfalls nicht mehr bedient. Anfragen zum Thema Neonazis in Oberhavel können an die Genoss_innen und Kolleg_innen beim Apabiz in Berlin, dem APAP in Potsdam oder Inforiot gerichtet werden.

Verfahren gegen Oranienburger Antifaschist*innen eingestellt

Nachdem bereits im Juni das Landesgericht Neuruppin, die Hausdurchsuchung als rechtswidrig einstufte, folgte nun als Konsequenz die Einstellung des Verfahrens wegen Verleumdung und Verstoßes gegen Kunsturheberrecht.
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Blamage: JN scheitert vor Gericht, NPD-Offensive landet im Klo

An Montag, den 26.11.2012, fand am Amtsgericht Oranienburg ein Prozess gegen den Antifaschisten Lothar Eberhard statt. Dieser wurde von den JN Mitgliedern Robert Wolinski und Manuel Bartel wegen Beleidigung angezeigt.
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Von CDU bis zur NPD geht es nur über den Bund der Vertriebenen

Mitte September fand im Oranienburger Bürgerzentrum eine Festveranstaltung des ansässigen Bund der Vertriebenen (BdV) statt. Bei vorherigen Sitzungen nahmen immer wieder bekannte NPD Persönlichkeiten aus Oberhavel teil. Im vergangenen Jahr gab es die Intention des NPD-Kreisverbandvorsitzenden Thomas Salomon den Vorsitz der Bund der Vertriebenen in Oberhavel zu übernehmen.
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Ofenstadt Velten wehrt sich gegen Neonazis

Nazis nutzen Kundgebung gegen Verbot des „nationalen Fußballturniers“ als Ausweichveranstaltung für Dortmund / ehemaliger Rechtsterrorist auf der Kundgebung / JN-Versammlungsleiter trägt Trikot des Oranienburger FC

Am gestrigen 01. September führten die Jungen Nationaldemokraten (JN) eine Kundgebung mit rund 70 Teilnehmer*innen am Veltener Rathaus durch. Anlass dafür war die Ablehnung der Nutzung des Sportplatzes des örtlichen Rugbyvereins durch den Verein und die Stadt. Schon im Dezember 2011 beschlossen Veltener Abgeordnete in einer Satzung, dass die Nutzung von städtischen Räumen für politische Veranstaltungen verboten sei. Durch diese Regelung konnte die JN ausgesperrt werden. Etwa 12 Mannschaften waren angemeldet und wollten mit Zelten anreisen. Das in rechten Szenekreisen als „antiimperialistisch“ bekannte Fußballturnier wird jedes Jahr um den 01. September veranstaltet und fand in der Vergangenheit in Oranienburg (2007), Potsdam (2009), Teltow Fläming und weiteren Städten statt und galt als wichtige Vernetzungsveranstaltung. Am 1. September 1933 überfiel Deutschland Polen und leitete damit den Anfang des zweiten Weltkrieges und somit den Beginn der Shoa und den Vernichtungskrieg gegen seine Gegner*innen ein. Heute wird an diesen Datum öffentlich für Frieden und gegen Krieg eingestanden. Bundesweit versuchen Neonazis den 1. September für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. So wollen sie linke Positionen besetzen und verschleiern den mörderischen Imperialismus Deutschlands in der Zeit von 1933 – 1945.
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Velten: Neonazikundgebung? Das wird ein Schuss in den Ofen!

Für den 01. September wollten Neonazis der NPD und die Jungen Nationaldemokraten Brandenburg ein nationales Fußballturnier in Velten (Oberhavel) veranstalten. Das sog. „Antiimperialistische Fußballturnier“ fand Jahre zuvor in Oranienburg (2007), Potsdam (2009) und weiteren Städten statt und gilt als wichtige Vernetzungsveranstaltung. Nachdem Hinweise der Sicherheitsbehörden bei dem angefragten Verein, dessen Platz die Neonazis nutzen wollten, eingingen, lehnte dieser die Nutzung ab. Nun zeigt sich die NPD stinkig und meldete für den selbigen Tag eine Kundgebung für 18 Uhr am Veltener Bahnhof an. Wir stören gerne!

Velten ist ein Ort in dem seit den 1980er Jahren eine neonazistische Kontinuität bis ins Jahr 2012 reicht. Velten war in der ehemaligen DDR einer der Orte in Brandenburg, die bekannt waren für rechte Skinheads, die für Körperverletzungen und Sachbeschädigung – Straftat: Rowdytum – verantwortlich waren. 1987 fand hier einer der ersten dokumentierten Neonazistraftaten statt, bei der knapp 100 Neonazis eine Kneipe und eine Streife der Volkspolizei angriffen. Auch wenn die Staatssicherheit solch ein Vorgehen gerne verschwiegen hätte, war die Kameradschaft „Gesamtsturm Velten-Oranienburg“, die maßgeblich an dem Übergriff und weiteren Delikten mit neonazistischem Hintergrund beteiligt war, dem Ministerium schon länger bekannt.

Nach der Wende war es wieder Velten, welche sofort in Neonazistrukturen eingebunden war. Neben Städten wie Königs Wusterhausen, Oranienburg und Strausberg, gründete die 1985 und 1992 verbotene Partei „Nationalistische Front“ auch in Velten eine Zelle. Mitte der 1990er Jahre entstand das „Förderwerk Mitteldeutscher Jugend“ (FMJ), welches hauptsächlich im Altkreis Oranienburg aktiv war und ebenfalls in Velten eine Ortsgruppe unterhielt. 1992 organisierte die FMJ das einzige offizielle Konzert der Berliner Rechtsrockband „Landser“, welches in Hennigsdorf als eine Geburtstagsfeier getarnt wurde. Die FMJ wurde 1993 für einen Sprengstoffanschlag auf das Auto eines engagierten Sozialarbeiters verantwortlich gemacht. Im Juni 1993 löste sich die FMJ auf und es wurde organisatorisch ruhiger in Velten, doch die Neonazis blieben. Bundesweit wurde Velten bekannt infolge des Mordes an Gunther Marx am 06.08.1994. Er wurde von zwei Neonazis überfallen und mit einem Schraubenschlüssel erschlagen. Er ist wie auch weitere Ermordete in Oberhavel (Hans-Jochen Lommatsch, Oranienburg und eine namentlich unbekannte Person aus Gransee) von der Bundes- und Landesregierung nicht als Opfer rechter Gewalt anerkannt.

Heute gilt Velten als eine Art „No-Go-Area“ ohne eine feste Struktur nach außen zu haben. Allein die Stammwählerschaft von 4-5 % für die NPD (bei der letzten Wahl wurde Velten unrühmlich zweiter Platz aller NPD-Ergebnisse im Landkreis) ist hierfür ein Anzeichen. Mehrere junge Veltener sind Mitglieder bei den „Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland“ (vorher „Freie Kräfte Velten“) oder bei den Jungen Nationaldemokraten. In den letzten Jahren war es zwar verhältnismäßig ruhig in Velten, doch gab es immer wieder Situationen, welche zeigten – die Neonaziszene ist Vital und Fit. Mitte der 2000er Jahre war es besonders die Person Christian Wanzek, welche für eine Organisierung der Neonaziszene sorgte. Sein Wegzug lies dort einiges zusammenbrechen. 2009 versuchten sich Neonazis an einem Hess-Flashmob und einige Wanzekfreunde tauchten auf, konnten die Aktion jedoch nicht durchführen.

Velten dient auch als Treffpunkt für Aufmärsche. So trafen sich fast 40 Neonazis bestehend aus NPD, JN und „Freie Kräfte“ am Bahnhof Velten um gemeinsam am 01.05.2012 nach Wittstock zu fahren. Bundesweit kam Velten dieses Jahr ebenfalls, mal wieder, in die (Fach-)Presse, da eine Person eine Geburtstagsanzeige für den Kriegsverbrecher Erich Priebke im Oranienburger Generalanzeiger schaltete. Ob selbige Person hinter dem Versuch des „nationalen Fussballturniers“ und hinter der Anmeldung zur Kundgebung am Bhf. Velten steht ist unbekannt, jedoch naheliegend. Auch ob dies als Versuche der Re-Organisierung und eventuell Re-Aktivierung der Szene in Velten verstanden werden kann, kann angenommen werden.

Eins ist sicher – Die Szene in Velten ist nicht unbeobachtet und wir werden jedem Versuch einer Organisierung und Aktivierung entgegenstehen. Velten? Na wenn das kein Schuß in den Ofen wird.

Kommt zur Gegenkundgebung!
17:30 | Velten Bahnhof

Treffpunkt für Berliner_innen: 16:00 | Gesundbrunnen | Abfahrt 16:22 Richtung Hennigsdorf

weitere Informationen zu den Gegenaktivitäten auf Oberhavel Nazifrei

Nach der Kundgebung besteht die Möglichkeit geschlossen nach Neuruppin zu fahren um den 19.Geburtstag des linken Jugendwohnprojekts Mittendrin zu feiern.

They shall not pass – sie werden nicht durchkommen!

15.09. Potsdam Naziaufmarsch verhindern
Am 15. September 2012 wollen Neonazis des NPD-Kreisverbandes Havel-Nuthe und dessen Umfeld versuchen, in Potsdam zu demonstrieren. Dagegen wird das antifaschistische Bündnis „They Shall Not Pass“ mit allen nötigen Mitteln Widerstand leisten.

Potsdam ist nicht “nazifrei”.

Potsdam hat auch ohne die NPD eine äußerst aktive Neonaziszene. Unangemeldete Demonstrationen und revisionistische Aktionen, zahlreiche Sticker, Flyer und andere Propaganda quer durch die Stadt und eine große aktive Musikszene, mit teilweise überregionaler Bedeutung, prägen eine äußerst vitale Szene. In einzelnen Wohnvierteln ist der Aufenthalt für explizit nicht-rechte Jugendliche gefährlich. Angriffe von Neonazis enden nicht selten auch mit Verletzungen, wie die Vorfälle in den letzten eineinhalb Jahren, insbesondere in Waldstadt, zeigen. (siehe Chroniken des Antifaschistischen Pressearchiv Potsdam)
Wir sind nicht bereit diese Verhältnisse zu akzeptieren und setzen den Neonazis einen antifaschistischen Selbstschutz entgegen.
Der Kampf gegen Nazis ist aber auch eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Verhältnissen. Ein einmaliges Bekenntnis “Gegen Nazis” hilft weder den Betroffenen von neonazistischer Gewalt noch dem gesellschaftlichen Diskurs gegen Ausgrenzung, Verdrängung und Diskriminierung. Diese Prozesse, entstehen in mitten der Gesellschaft, sie werden von ihr getragen und sind eine logische und praktische Folge der herrschenden Verhältnisse. Die Verantwortung bei „denen da oben“ suchen und die damit einhergehende Schaffung von Feindbildern, an denen sich vom Stammtisch bis zur angeblichen „Mitte der Gesellschaft“ alle abarbeiten können, gehört zur Grundlage konservativer, revisionistischer und rechter Politik. Die Verhältnisse und Gegebenheiten im Hier und Jetzt werden dabei nicht hinterfragt.

Antifaschismus und die Auseinandersetzung mit Nazis sind der Kampf ums Ganze – gegen die herrschenden Zustände.
Mit unserem Protest werden wir den Nazis und all ihren Verbündeten an diesem Tag kräftig einheizen. An uns kommt ihr nicht vorbei!

Die Zivilgesellschaft Oberhavels hat einen Mitstreiter verloren

Die Zivilgesellschaft Oberhavels hat einen Mitstreiter verloren.
Nach schwerer Krankheit verstarb der Kremmener Vorsitzende der Courage-Elser-Initiative für Zivilcourage und Mitglied im Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt Oranienburg, Burkhard Gräf.

Sein Engagement für ein würdevolles Gedenken des Antifaschisten Georg Elser und für eine starke Zivilgesellschaft in Oberhavel wird uns in Erinnerung bleiben.

Wir trauern mit der Familie und den Freunden von Burkhard.

Kurz vor seinem Tode führte er einen Rechtsstreit gegen den NPD-Kreistagsabgeordneten Detlef Appel und verlor diesen leider. Aus diesem Rechtskampf über zwei Instanzen und auch aus der Beerdigung sind hohe Kosten entstanden, welche die Familie nun tragen muss.

Es gibt ein Spendenkonto und wir rufen neben anderen dazu auf, dies zu nutzen und die Familie Gräf zu unterstützen.

Kontoinhaber: Courage-Elser-Initiative für Zivilcourage heute e.V.
Bank: GLS-Bank Bochum
Konto-Nr: 1130729400
Bankleitzahl: 430 609 67
Verwendungszweck: Burkhard



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