geschrieben von Antifaschistische Linke Berlin
Aller guten Dinge sind Drei: Auch im Februar 2012 wird es an uns allen liegen, den Neonazi-Aufmarsch in Dresden zu blockieren. Auch dieses Jahr heißt die Parole: „»Gemeinsam, solidarisch und entschlossen!«. Der sächsische Staat und seine Kettenhunde werden uns nicht daran hindern im Februar wieder mit mehreren zehntausend Menschen nach Dresden zu fahren und den Aufmarsch endgültig auf den Müllhaufen der Geschichte zu verbannen. Dass dem Sächischen Freistaat dies nicht passt zeigte das letzte Jahr und die letzten Monate. Antifaschistische BlockiererInnen waren massiver Repression ausgesetzt.
Deshalb gilt auch für 2012 von Anfang an: Schützt euch vor Überwachung, haltet Eure Wohnungen sauber – mit klarem Kopf in die neue Saison! Einem Bundesland, das es nicht schafft, eine Neonazi-Terrorzelle zu enttarnen und dessen Richter, Faschisten für eine »schützenswerte Minderheit« halten, ist alles zuzutrauen. No Pasaran!
Eigentlich sollte an dieser Stelle ein ausführlicher Jahresrückblick folgen, doch die FDP Oberhavel hat uns da einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bereits mehrmals in diesem Jahr konnten wir über sie negativ berichten(1,2). Die Protagonist*innen waren dabei hauptsächlich Helmuth Reitmeyer, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Mitglied im Landesvorstand, sowie Dr. Hans Jürgen Oberlack, der Vorsitzende der FDP Oberhavel und Bürgermeister der Stadt Glienicke. Beide zeigten, dass sie kein Problem haben mit Verharmlosung des historischen wie neuen Nationalsozialismus. Mehrfach, fast zielgerichtet, agitierte Reitmeyer gegen „Linksextremismus“, den er in der Linkspartei und in „der Antifa“ ausmachte. Dabei nutzte er Lügen als Argumentationsmuster und benannte Strukturen, die seit längerem nicht mehr existent sind, als „Linksextremisten“. Dazu kam noch eine Prise vom historischen Antikommunismus der FDP, zum Beispiel durch Herrn Oberlack. (mehr…)

In Gedenken an Hans Joch Lommatsch
Am heutigen Tag, vor 19 Jahren, wurde der 51-jährige Hans-Jochen Lommatsch von zwei Neonazis grundlos erschlagen. Er passte nicht in das „typische“ Opferbild der Neonazis – ein Neonazis sagte vor Gericht aus, dass es „jeden anderen [hätte] treffen können“. Somit skizziert der Mord an Hans-Jochen Lommatsch genau das menschenfeindliche und gewalttätige Weltbild von Neonazis, die keinen Grund/keine Motivation zum Mord brauchen.
Hans-Jochen Lommatsch zählt laut Bundesregierung NICHT zu den Opfern rechter Gewalt. Auch gibt es in Oranienburg derzeit keinen Ort an dem seinem Tod gedacht werden kann – dies wollen und werden wir im kommenden Jahr ändern.
Kein Mensch ist vergessen – Keine Tat wird vergeben
In Gedenken an Hans-Jochen Lommatsch
FR 06.01.2011 | Schreina47 | 21:00
Das Jahr 2012 beginnt mit einer geilen Soli-Trashparty: Antifaschistische Arbeit wird häufig kriminalisiert. Genossen landen in Haft, vorm Richter und haben zum Teil hohe Kosten. Aus diesem Grund veranstalten wir diese Party, um Genoss_innen in Oranienburg zu unterstützen. Ein weiterer Grund sind die Vorgänge, welche Internationale Antifas in Polen erleiden mussten: Sie wurden in Haft misshandelt, ihnen wurde Essen und Trinken verwehrt. Da es viele Genoss_innen sind, nicht jeder hat das Geld hat und Prozesse oft langwierig und teuer sind, wollen wir mit dieser Party auch diese Genoss_innen unterstützen. Um die Ohren gibt es das allgemein Geliebte und scheinbar nie langweilig werdende Trashgeballer.
An den Laptops stehen:
DJ K.Atze, sowie das DJ-Team Ost-Berlin.
Flyer: Vorne | Hinten
Demo:
Fr. 18. November 2011, 17.30 Uhr, S-Bhf. Greifswalder Straße
Alle Infos: http://keinkiezfuernazis.blogsport.eu/
Am 28.Oktober 2011 eröffnete in der Berliner Allee 11 der Nazi-Laden „Tønsberg“. Der Laden vertreibt, wie schon sein gleichnamiger Vorgänger in Mitte, die rechte Bekleidungsmarke „Thor Steinar“. Bei „Thor Steinar“ handelt es sich nicht um ein beliebiges Fashionlabel. „Thor Steinar“-Kleidung transportiert rechte Botschaften in den öffentlichen Raum und kleidet Neonazis gleichzeitig so, das sie nicht offensichtlich als solche wahrgenommen werden können. Eine Ideologie, wie die des Nationalsozialismus, die von der Minderwertigkeit von Menschen ausgeht, können und wollen wir nicht hinnehmen.
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Am kommenden Wochenende will die NPD in der Fontanestadt Neuruppin ihren Bundesparteitag abhalten. Nachdem sie 84 Absagen erhalten hat, war sie nun in Neuruppin erfolgreich.
Warum da hin?
Sicher ist – verhindert werden kann der Bundesparteitag wohl nicht. Doch gerade Neuruppin hat sich aktuell in Brandenburg zu einem Aktivraum für Neonazis entwickelt. Es gab in diesem Jahr zwei Neonaziaufmärsche (1,2), wobei einer verhindert wurde, die NPD konnte nach vier Jahren Krampf und Kampf einen NPD Stützpunkt aufbauen und es gab unzählige Propaganda- und auch Gewaltdelikte. Verantwortlich hierfür sind die neuen NPD-ler_innen, sowie die Kameradschaften „Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland“ und „Freie Kräfte Ost“. Erst am 05.11.2011 trafen sich zu einer „nicht angemeldeten“ Versammlung bis zu 70 Neonazis aus Berlin und Brandenburg in der Nähe von Neuruppin – Vermutung hierbei: ein Neonazikonzert. (mehr…)
Heute fand eine Gedenkkundgebung der jüdischen Gemeinde Oranienburg, der Stadt Oranienburg und Anderen an der Havelstraße 6 statt. Wir versammelten uns am Gedenkstein für das zerstörte Betshaus, welches Opfer der Reichspogromnacht von 1938 wurde. Dort legten wir gemeinsam mit anderen politischen und gesellschaftlichen Institutionen Kränze nieder um den jüdischen Opfern dieser Nacht zu gedenken. Auf der Kundgebung gab es Redebeiträge durch den Bürgermeister von Oranienburg Hans-Joachim Laesicke, Prof. Hajo Funke und auch ein Gebet des Landesrabbiner Shaul Nekrich.
An der Kundgebung nahmen mehr als 60 Personen teil. Anschließend zogen sie an einigen Stolpersteinen vorbei, die an Deportierte erinnern, weiter zum jüdischen Friedhof Oranienburg, wo der Landesrabbiner Shaul Nekrich erneut ein Gebet sprach. (mehr…)
Vortrag und Diskussion mit der Islamwissenschaftlerin Ilka Eickhof
DO 10.11.11 | Beginn: 18:30 Uhr | Gemeindehaus der Evangelisch-methodistischen Kirche | Julius-Leber-Str. 26, 16515 Oranienburg
Bundespräsident Wulff erklärte im letzten Jahr, dass auch der Islam inzwischen zu Deutschland gehöre. Pro-Bewegungen, islamfeindliche Internetblogs, die sogenannte „Sarrazin-Debatte“ und Diskussionen zu Moscheebauten lassen allerdings Zweifel aufkommen, ob dieser Gedanke auch von der Mehrheit der deutschen Gesellschaft getragen wird. Auch die Medienberichterstattung trägt dazu bei, dass der Islam in der öffentlichen Wahrnehmung als Problem erscheint. Zusätzlich bestätigen Studien ein auffallend hohes Ablehnungsverhalten der deutschen Mehrheitsgesellschaft gegenüber MuslimInnen. In einer repräsentativen Umfrage stimmte fast jeder zweite der Befragten der Aussage zu, „es lebten zu viele Muslime in Deutschland“. Die Islamwissenschaftlerin Ilka Eickhof spricht über Islamophobie und antimuslimischen Rassismus. Was bedeutet es, wenn Menschen aufgrund ihrer angenommenen Zugehörigkeit zum Islam abgewertet oder ausgegrenzt werden? Welche Rolle spielen rassistische Denkweisen in der Debatte über den Islam in Deutschland?
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