Archiv für Juli 2011

Auswertung Naziaufmarsch Neuruppin 09.07.2011

Am vergangenen Samstag fand in Neuruppin infolge der vierte Neonaziaufmarsch seit 2007 statt. Das Antifaschistische Netzwerk[AFN] und Inforiot berichteten schon darüber, nun sind wir an der Reihe.

Dieses Jahr folgten gerade einmal 200 Neoneonazis den Aufruf der Freien Kräfte Neuruppin/Osthavelland, trotz Redners und Mitaufrufers Axel W. Reitz. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr waren diesmal kaum NPD-ler_innen vorhanden. Vereinzelt oder durch doppel-Mitgliedschaften (so auch bei FKNRP) waren sie maximal zu locken. Auch fehlten, die im letzten Jahr stark aufgetretenen Mitglieder_innen des Nationalen Widerstands Berlin, es waren maximal zwei Autobesatzungen aus Berlin angereist.

Die Demonstration konnte nicht nur aufgehalten und zur Umkehr gezwungen werden, auch wurde sie immer wieder gestört. Vereinzelt mussten Neonazis wie der Eisenhüttenstädter Michael Meißner oder Teile des Blockes der Freien Kräfte Ost aufgrund von Provokationen, durch Polizeikräfte oder den eigenen Ordnern zur Ordnung gerufen werden. Die Neonazis wehrten sich gegen die Provokationen durch Beleidigungen, Bedrohung und symbolische Morddrohungen.

Freie Kräfte Ost
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Gedenken an Erich Mühsam

An dem heutigen Sonntag, den 10.Juli, haben wir uns in der Berliner Straße versammelt, um an den Dichter und Anarchisten zu gedenken, der in der Nacht vom 09./10.7.33 von der bayerischen SS-Wachmannschaft des „wilden“ KZ Oranienburg ermordet wurde.

Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Leben und Wirken
Am 6. April 1878 wird Erich Mühsam als Sohn eins jüdischen Apothekers Siegfried Seligmann und dessen Frau Rosalie (geb. Cohn) geboren. Schon in seiner Schulzeit fällt er als Querdenker auf und wird vom Gymnasium wegen „sozialistischer Umtriebe“ verwiesen. 1901 lässt er sich als freier Schriftsteller in Berlin nieder und schließt sich der Dichtergruppe „Neue Gemeinschaft“ an, wo er sich mit Gustav Landauer (1870-1919) anfreundete, der ihn mit der kommunistisch-anarchistisc​hen Bewegung bekannt machte. In den Jahren 1901-1904 entwickelt Mühsam sich zum Vertreter des „Literarischen Anarchismus“. In diesem Stil verschmolzen theoretische Ansätze bedeutendster Anarchist_innen, wie Pierre Joseph Proudhon (1809-1865), Michail A. Bakunin (1814-1876) und Pjotr A. Kropotkin (1842-1921), so wie Elemente des bürgerlichen Individualismus, frei nach Max Stirner (1806-1856) und Friedrich Nietzsche. Mühsam übt hierbei Kritik an bürgerlichen Normen und staatlichen Zwängen – Gedanken, die wohl heute noch diskussionswürdig sind.

Mühsams frühe politische Ausrichtung ist nicht klar zu definieren. Formen des Marxismus lehnte er jedoch wegen autoritärer Züge an, die deutsche Sozialdemokratie kritisierte Mühsam jedoch auf Grund derer bürgerlicher Tendenzen. Schon früh entwickelt Mühsam eine Verbundenheit mit den sozial Benachteiligten, sodass er auf die „Revolte des Subproletariats“, eine revolutionäre Umwälzung von unten, setzte. 1909 gründet Mühsam in München die „Gruppe Tat“ zur „Agitation des Subproletariats“. Etwa zur selben Zeit wohnt er in München-Schwabing und ist eine Zentralfigur der Schwabinger Bohème. Ein Jahr später war er wegen „Geheimbündelei“ von Repression betroffen. (mehr…)

Antifa is watching FKO

Vor einigen Wochen berichteten wir kurz und knapp über zwei neue Kameradschaften, die sich neu im nordwesten Brandenburgs gegründet haben. Während die Freie Jugend Wittstock ihre Webseite gelöscht hat, ihre Jappy-Community gelöscht wurde und auch nicht mehr auftauchte, kann mensch inzwischen davon ausgehen, dass diese wieder im Umfeld der Freien Kräfte Ost [FKO] zu finden ist. Zeit um nochmal ausführlicher auf die FKO und einige Protagonist_innen zu blicken.
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Kein Naziaufmarsch in Neuruppin!


Rechte Demo am 9. Juli soll verhindert werden

Am 9.7. wollen die Freien Kräfte in Neuruppin/Osthavelland erneut durch die Fontanestadt marschieren. In der Vergangenheit konnten sie dies auch dank krasser Polizeigewalt. Über die Jahre haben sich die regelmäßigen rechten Aufzüge zu den größten Brandenburgs entwickelt, jeweils kamen bis zu 400 Teilnehmer_innen nach Neuruppin. Der jährliche Termin scheint sich zum größten regelmäßigen Naziaufmarsch in Brandenburg zu entwickeln.

Treffpunkt für die Fahrt aus Richtung Berlin:

8:00 Uhr Bhf Gesundbrunnen (S-Bahn-Gleis)
8:22 Uhr Abfahrt
8:47 Uhr Ankunft Hennigsdorf – Umsteigen
8:51 Uhr Abfahrt
9:26 Uhr Ankunft in Neuruppin

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