Archiv der Kategorie 'NPD vor Ort'

Razzia bei Antifa Gruppe Oranienburg

Heute früh kurz vor 7 Uhr fand in den Wohnräumen von Mitgliedern der Antifa Gruppe Oranienburg eine Hausdurchsuchung statt.
Als Anlass nahmen die Ermittlungsbehörden einen Artikel in der Recherchebroschüre „Blickpunkt 2 Recherche Oberhavel Süd“, welcher sich mit einem Anwalt, der mehrere Neonazis und auch die NPD Oberhavel in den vergangenen Jahren vor Gericht vertrat, auseinandersetzt. Dieser wurde dort als Neonazianwalt betitelt, weshalb nun ein Verfahren wegen übler Nachrede und Verleumdung läuft. Aufgrund dessen, dass ein Screenshot der Homepage des Anwalts ebenfalls abgedruckt wurde, ermitteln sie außerdem wegen einem Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz. Die Broschüre wurde im März 2011 gedruckt und online zum Download angeboten. Nach einer anwaltlichen Verfügung musste die Broschüre bereits im April 2011 vom Hoster blogsport.de heruntergenommen werden.

Während der Hausdurchsuchung wurden mehrere Laptops, Handys, Speichermedien, und Printausgaben der Broschüre beschlagnahmt. Gleichzeitig machten die Beamten Fotos von Mietverträgen, verschiedenen nicht-Antifa Finanzanträgen, Ausbildungsnachweise, verschiedenen Recherchematerialien sowie einem „Keine Stimme den Nazis“ Transparent.

Für uns als Antifa Gruppe Oranienburg stellt dies die Spitze eines Eisberges dar. Die Tomek/MEGA-Kräfte (PMS in Brandenburg) Oranienburgs sind seit der Gründung darauf bedacht die Oranienburger Antifa den Neonazis auszuliefern. In der Vergangenheit ließen sie bei öffentlichen Veranstaltungen und öffentlichen Sitzungen des Forum gegen Rassismus und rechte Gewalt mehrmals Neonazis im Raum Platz nehmen – obwohl sie wussten, dass diese welche sind und von anderen nicht erkannt wurden. Auch verschickten sie an Mitglieder Zeugenvorladungen für Einträge auf der Chronikseite und prüften z.B. auf dem Weg zu einem Bus, der zum Großaufmarsch nach Dresden fuhr die Personalien von Mitgliedern.

Die örtlichen Mitglieder der Tomek/MEGA zeigten häufig in der Vergangenheit, dass sie kein all umfassendes Bild der örtlichen rechten Szene haben. Wir sehen daher in der Hausdurchsuchung auch die Hoffnung an Informationen, Quellen, etc. zu kommen, die sie nun verwerten können. Die besagte Broschüre wurde in den Lokalmedien z.T. verlinkt und mit positiven Artikeln bedacht. Auch aus der Zivilgesellschaft gab es viel positiven Zuspruch – ein Eifersuchtsverhalten durch eben diesen Beamten ist nicht von der Hand zu weisen.

In Zeiten wo gerade Sicherheitsbehörden und ihrer Arbeit in Frage stehen, da sie lieber in Dresden ein ganzes Stadtviertel, oder Mitglieder des Bundestages überwachen und bei der NSU die Augen fest zudrückten, bzw. diese scheinbar unterstützen – sind wir zwar ein kleines Licht. Doch für die Recherchearbeit in Oberhavel ist das Zeichen klar. Neonazis versuchen immer wieder die Arbeit behindern und die Beamten helfen dabei gerne.

Eine solche Kriminalisierung und auch die Entwürdigung durch die Durchsuchung des privaten Lebensraums wird von uns nicht akzeptiert. Auch werden wir nun nicht mit unserer Arbeit aufhören, sondern weiter recherchieren und die Neonaziszene Oberhavels und ihre Unterstützer*innen aufdecken.

Antifaschismus ist nicht kriminell – sondern notwendig.
Support your local Antifa

Antifa Gruppe Oranienburg 01.02.2012

Aus gegebenen Anlaß haben wir nun einen neuen PGP-Schlüssel:
neuer PGP-Schlüssel: http://antifagruppeoranienburg.blogsport.de/images/0×3F365198.asc
Fingerprint: EEC4 27F2 FB77 B0C9 1810 1095 3BE3 7958 3F36 5198

NPD-Bundesparteitag in Neuruppin stören!

Am kommenden Wochenende will die NPD in der Fontanestadt Neuruppin ihren Bundesparteitag abhalten. Nachdem sie 84 Absagen erhalten hat, war sie nun in Neuruppin erfolgreich.

Warum da hin?
Sicher ist – verhindert werden kann der Bundesparteitag wohl nicht. Doch gerade Neuruppin hat sich aktuell in Brandenburg zu einem Aktivraum für Neonazis entwickelt. Es gab in diesem Jahr zwei Neonaziaufmärsche (1,2), wobei einer verhindert wurde, die NPD konnte nach vier Jahren Krampf und Kampf einen NPD Stützpunkt aufbauen und es gab unzählige Propaganda- und auch Gewaltdelikte. Verantwortlich hierfür sind die neuen NPD-ler_innen, sowie die Kameradschaften „Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland“ und „Freie Kräfte Ost“. Erst am 05.11.2011 trafen sich zu einer „nicht angemeldeten“ Versammlung bis zu 70 Neonazis aus Berlin und Brandenburg in der Nähe von Neuruppin – Vermutung hierbei: ein Neonazikonzert. (mehr…)

Wieder Verurteilung bei der NPD Oberhavel

Leibner rechts, Salomon linksAm Montag, den 10.10.2011 wurde wieder einmal ein NPD-Mitglied aus Oberhavel vom Amtsgericht Oranienburg zu einer Geldstrafe verurteilt. Das perfide dabei ist, dass die NPD in Oberhavel sich eher als „bürgerlich“ und „gemäßigt“ präsentieren will. Auch scheinen widerliche Praxen eine Spezialität der NPD zu sein. Beim aktuellen Fall kamen eine Menge Geschichten zum Vorschein, bei denen zwar scheinbar ein Zusammenhang mit der NPD nicht nachweisbar sei, aber selbst der vorsitzende Richter meinte, dass „der Gedankengang nachvollziehbar sei“.
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NPD-Bundesparteitag in Dessau (Sachsen-Anhalt) entgegentreten!


Alle Infos: www.akgegennpd.blogsport.de

Aufruf zu Gegenaktionen zum NPD Bundesparteitag

Am 15. und 16. Oktober 2011 will die neonazistische NPD in Dessau in der Anhalt-Arena ihren Bundespateitag abhalten. Da dieses Vorhaben erst sehr spät öffentlich wurde, ist umso mehr schnelles und entschlossenes antifaschistisches Handeln notwendig.Obwohl in der Nutzungssatzung der Mehrzweckhalle klar politische Veranstaltungen ausgeschlossen werden, darf die NPD per einstweiliger Verfügung ihren braunen Spuk dort veranstalten.
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Auswertung Neonaziaufmarsch Neuruppin 24.09.2011

Am 09.07.2011 konnte der Neonaziaufmarsch in Neuruppin erfolgreich blockiert werden. Auf diese Schlappe kündigte die örtliche Kameradschaft „Freie Kräfte Neuruppin/Osthavelland“(FKNRP) an mit einem erneuten Aufmarsch innerhalb der folgenden zwei Monate. Die Kameradschaft drohte Neuruppin jeden Monat zu belästigen, sollte der Aufmarsch am 24.09.2011 erneut durch die „Zusammenarbeit aus Polizei und Antifa“ verhindert werden. Nach ihren Aufmarschversuch versuchten sie juristisch nachzulegen, wobei ihnen von der Staatsanwaltschaft Neuruppin eine Absage erteilt wurde.
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Oberhaveler Neonazi verurteilt

Am gestrigen Dienstag fand um die Mittagszeit ein Prozess gegen den NPD-ler Andreas Rokohl [1] am Oranienburger Amtsgericht statt. Er wurde angeklagt einen Journalisten im April beleidigt zu haben.

Die Tat wurde bei einer Veranstaltung der Courage-Elser-Initiative Oranienburg [2] begangen. Während im Saal des Bürgerzentrums Georg Elser vorgestellt werden sollte, stellten sich mehrere Neonazis vor die Scheiben. Dabei hielten sie Schilder hoch auf denen Namen von Opfern des Elser-Anschlages zu lesen waren. Unter den Neonazis befanden sich die NPD-Abgeordneten Reimar Leibner[3] und Detlef Appel[4], die NPD-ler Andreas Rokohl und Burkhard Sahner[5], sowie mindestens zwei unbekannte Neonazis.

Als der Journalist Andreas Rokohl auf seine Aktion ansprach, erwiderte dieser laut OGA[6]: „Dich hat man damals vergessen.“ Für diesen Ausspruch wurde Rokohl nun mit einer Geldstrafe von 1750 Euro bestraft. Bei einem Prozess im März 2009[7] konnte er einer Verurteilung noch entgehen.

Bei der Verhandlung am Dienstag war Rokohl nicht alleine. Er wurde von 6 Neonazis geschützt. Darunter waren Lore Lierse[8], Burkhard Sahner und vier Unbekannte, von denen zwei[9] am 1.Mai mit Leibner, Sahner und Rokohl am Naziaufmarsch in Berlin teilnahmen.

[1] Andreas Rokohl; Foto: Apabiz e.V.
[2] Märkische Allgemeine, 12.04.2010
[3] Reimar Leibner; Foto: Apabiz e.V.
[4] Detlef Appel; Foto: Antifa Bernau
[5] Burkhard Sahner; Foto: Apabiz e.V.
[6] Oranienburger Generalanzeiger, 11.01.2011
[7] Märkische Allgemein, 20.03.2009
[8] Artikel über Lore Lierse
[9] Unbekannte am 1.Mai; Fotos: Antifa

Gewöhnlich – ungewöhnlich ?!

Seit gerade einmal 2004 ist Lore Lierse in der neonazistischen NPD Mitglied, ist aber umso aktiver und unverzichtbarer als andere Mitglieder. Grund hierfür ist, dass sie in vielen sozialen Netzwerken ist und dabei eine Mischung von Politik und „normaler“ Welt. Doch beginnen wir die Vorstellung Chronologisch.
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Rechtsoffenes Wochenende in Oberhavel?

Grau – Grauer – Oi The Nische

Wir durften bereites einmal über Grauzonen-Konzerte in Oranienburg schreiben. Im August 2008 spielten die Grauzonenbands Bombecks, Stärkste Minderheit und Gerbenok in Oranienburg beim „Oi The Nische“-Festival [1]. Das Ergebnis war zum einen, dass sich der Veranstalter bei uns meldete und er sowohl seine Gäste, als auch uns mit Nazis gleichsetzte – und das in bester Extremismustheorietour. Bei einem späteren Konzert sollte die antifaschistische Band Donkey Work aus Potsdam spielen, sagte dies aber ab, da sie nicht in Verbindung mit rechtsoffenen VeranstalterInnen stehen wollte.
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